Über den Brauch des Geigenmalens


Paula Weisseisen berichtet...

Früher haben sie Geigen gemalt, wenn z.B. ein Bursch mit einem Mädchen gegangen ist, wenn das Mädchen einen anderen Mann geheiratet hat, bekam der Bursch die Geige, und sonst war es umgekehrt. Neben die Geige malte diese Gruppe auch ein blutendes Herz mit einem Dolch, manchmal auch ein Auge aus dem Tränen flossen

Wenn der Bub eine andere geheiratet hat, dann bekam das stehen gelassene Mädchen eine Sägemehlspur von der Geige bis zu ihrem Wohnhaus. Für das Mödchen war das Stehengelassenwerden und das Geigenmalen beleidigend. Es war eine Verspottung. Vereinzelt sieht man die Zeichen der Geigenmaler auch noch heute auf Heustädeln. Das Symbol der Geige hängt vermutlich mit der Schandgeige zusammen, einem hölzernen Instrument aus dem früheren Gerichtswesen. Frauen, die man des Ehebruchs und der Prostitution bezichtigte, wurden zur Strafe an den Pranger gestellt und in dieses Instrument eingespannt.

Um diesen alten und für Tarrenz charakteristischen Brauch weiterleben zu lassen, wurden einige langjährige Fasnachtler aktiv. Seit 1993 sind die Geigenmaler ein wichtiger Bestandteil der Tarrenzer Fasnacht. Die Gruppe besteht aus folgenden Figuren: den Bauern, den Malern und dem Geiger. Den Geiger hat es in Wirklichkeit nicht gegeben, er hat in der Gruppe Symbolcharakter.


 

Fasnachtscountdown

Fasnachts-Countdown 31.1.2021 10:00 338 17 Hrs. 36 Min.